Lob dem Schreibtischnomadentum

Angeblich werden wir bald alle dauernd woanders arbeiten. Nicht nur die Freiberufler, die zwischen Homeoffice, externem Büro, Coworking, Café oder Kundenbüro wechseln. Sondern auch die Menschen, die immer ins gleiche Firmengebäude gehen, sollen der Vision zufolge künftig mobil sein und mal hier, mal da sitzen, je nachdem, in welchem Team sie gerade tätig sind.

Manche gruselt es ja, wenn sie lesen, dass der herkömmliche feste Arbeitsplatz an immer demselben Schreibtisch ein altmodisches Auslaufmodell sei. Ok, Schreibtischnomadentum ist nicht jedermanns Sache. Aber viele Skeptiker übersehen eine Sache: Nämlich, dass man dann immer einen aufgeräumten Schreibtisch vorfindet. Schaut Euch doch mal um in den Büros. Die festen Schreibtische – ein Bild des Jammers. Jahrzehntealte Materialstapel, Zettelwirtschaft, Kaffeetassen. Keine freie Fläche mehr. Gute Tage sind, wenn noch Platz ist, um die Maus zu bewegen.

An den Arbeitsplätzen der Aushilfen dagegen sehen wir: Die Zukunft ist hell, sauber und ordentlich. Diese Arbeitsplätze, abwechselnd und rotierend genutzt, bieten Freifläche, wohin das Auge blickt. Man kann sich hinsetzen (ja, auch die Stühle sind frei!), Sachen ablegen, ohne vorher erst umräumen zu müssen, und einfach loslegen.

Leute, das wird toll!

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | 1 Kommentar

Das Geschäft professionalisieren – Buchtipp

Viele Selbstständige fangen “klein” an – mit einfachen Mitteln, pragmatisch, ohne großes Geschäftsgehabe. Das ist nicht der schlechteste Einstieg, doch schleicht sich irgendwann das Gefühl ein, etwas Systematik und Professionalität könnten nicht schaden.

Für diesen Zeitpunkt sei der frisch gedruckte Ratgeber “Selbstständig und dann? Wie Freiberufler langfristig erfolgreich werden” der Wirtschaftsjournalistin Constanze Hacke empfohlen.  Er behandelt die unternehmerische Seite der Freiberuflichkeit.  Dazu gehören Organisation und Finanzen. Es geht um die Bestandsaufnahme: Wie sieht der Kundenstamm aus, wie verhalten sich die Umsätze, stimmen Einnahmen und Ausgaben? Darauf folgen Informationen und Ratschläge zu Strategie, Akquise, Kalkulation. Was muss ich eigentlich verdienen, um gut zu leben? Wie gewinne ich neue Kunden? Wie kann ich meine Positionierung auf dem Markt verändern? Optimistischer Schluss sind Hinweise zur Einstellung von Mitarbeitern.

Constanze Hackes Ratgeber behandelt durchaus die klassischen Themen, die sich in vielen Selbstständigkeitsratgebern finden. Empfehlenswert ist, dass hier nicht nur Gründer angesprochen werden, sondern auch “fortgeschrittene” Freiberufler. Vor allem die Kapitel über Finanzen sind handfest, sehr informativ und passgenau zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Freiberuflern. Wer bisher “drauf los” gewirtschaftet hat, kann sich hier ein professionelles unternehmerisches Fundament schaffen.

Constanze Hacke: Selbstständig und dann? Wie Freiberufler langfristig erfolgreich werden, 2011, Wiley, 22,90 €, ISBN 978-3-527-50625-5

 

 

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Nützliches | 2 Kommentare

Winterblues, nein danke. Folge 2: Schlafen

Ausreichend schlafen, das schafft nicht jeder. Zumal jetzt, in diesem verkürzten Dezember, wo der Job oft länger dauert, weil noch so viel geschafft werden muss, weil Weihnachtsfeiern zu überstehen sind und weil dann die verknappte Freizeit mit Plätzchen backen, Geschenke kaufen und sonstigen weihnachtlichen Aktivitäten vollgestopft ist. Fehlt nur noch eine Erkältung, und wir laufen auf dem Zahnfleisch. Doch was tun, wenn die Tage einfach zu lang und gute Vorsätze à la “ab morgen gehe ich jeden Tag früh ins Bett” chancenlos sind?

  • Wir legen pro Woche zwei Schlaftage ein. Klingt krass, aber damit ist nicht gemeint, komplette Tage durchzuschlafen, sondern in der Woche einen Tag auszuwählen, an dem wir schon um 21 Uhr oder noch eher im Bett liegen. Der zweite Schlaftag findet am Wochenende statt. An diesem Tag machen wir einen Mittagsschlaf. Mir dem Zusatzschlaf an diesen beiden Tagen erhöhen wir die Chance, die stressigste Phase des Jahres ohne allzu großen Energieverlust überstehen.
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Denken,Geschäft | Kommentieren

Arbeitsplatzdesign

Hier gibts was zu gucken: Das lesenswerte Blog textanfall beschäftigt sich heute mit inspirierenden Arbeitsplätzen und freut sich auch über Beiträge dazu.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | Kommentieren

Gute Tage sind doof

So herrlich es ist, einen guten Tag zu haben, so verfluchenswert sind sie auch. Man verdirbt sich sozusagen die eigenen Sitten. Ich meine solche Tage, an denen es einfach flutscht. Alles geht leicht von der Hand, die Arbeit ist in der Hälfte der veranschlagten Zeit fertig, hat sogar noch Spaß gemacht, und am Ende ist noch massig Energie für weitere Aktivitäten übrig.

Berauscht von meiner phantastischen Leistungsfähigkeit plane ich nach solchen Tagen deutlich weniger Zeit für meine Arbeiten ein und nehme mir das doppelte vor, denn ich habe ja gesehen: Ich kann unheimlich viel schaffen. Ich bin fit, ich bin stark, ich bin einfach gut! – Ich weiß nicht, warum ich immer wieder auf mich selbst hereinfalle. Denn natürlich folgen früher oder später auf die guten Tage wieder diese anderen Tage, die ich als Kaugummitage bezeichne: Nichts geht schnell, alles dauert ewig, am Abend ist die To-Do-Liste nahezu identisch mit ihrer Morgenfassung, und ich bin trotzdem erschöpft. Von Spaß keine Spur.

Bleibt nur die Hoffnung, dass ich irgendwann verinnerlichen werde, dass gute Tage nur deshalb gute Tage sind, weil es auch die normalen und die schlechten Tage gibt…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Selbstmanagement | 6 Kommentare

Sind Meetings Arbeit?

Ob wiederkehrender Trödelanfälle von schlechtem Gewissen geplagt, liest die Homeworkerin staunend in der E-Mail einer Bekannten: “Ich muss eigentlich noch viel arbeiten heute, aber jetzt habe ich erstmal ein Meeting”.

Äh, und was ist ein Meeting? Eine große Pause? Das würde zumindest erklären, warum von 5 Arbeitstagen in Unternehmen eigentlich nur 3 Tage wirklich als produktiv bezeichnet werden können, wie die “Karrierebibel” heute aus einer microsoft-Studie zitiert. Der Rest der Zeit werde verdaddelt oder verquatscht.

Merke: Solange Daddeln und Quatschen in einem Bürogebäude stattfindet, sieht es nach Arbeit aus und wird auch als solche bezeichnet.  Pech für Homeworker…

 

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Arbeiten | Kommentieren

Winterblues, nein danke. Folge 1:
Schneller sein als der Heißhunger

Energiegeladen vom Spätsommer, gewärmt von der Herbstsonne – da sollte der Winter eigentlich zu schaffen sein, oder? Doch spätestens nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit schlägt die Dunkelheit zu. Aufstehen gerät zur Mühsal, rausgehen wird durch minutenlange Anziehprozeduren beschwert, und dass es ab 16 Uhr dämmert, macht die Sache auch nicht besser. Mit Dunkelheit und Kälte kommen die Durchhänger. Symptome: Trödeln, Schokolade essen, schlechte Laune – weil der Ausgleich fehlt, weil es schwierig ist, aufzutanken, und weil man so unzufrieden ist ob der Antriebslosigkeit und der schlechten Arbeitsleistung. Solchen Tiefs sind wir als Alleinarbeiter besonders ausgeliefert.

Jammermodus-off: Winter bleibt Winter, aber vielleicht können wir ja den schlimmsten Durchhängern vorbeugen, möglichst bevor wir so tief im Antriebsloch versunken sind, dass wir gar nicht mehr rauskommen? Dieses Jahr wird alles besser! Hier auf Kollege Ich werden in den kommenden kalten und dunklen Monaten in loser Folge Tipps zu lesen sein, wie wir uns motivieren können, wo wir Energie bekommen können und wie wir den inneren Schweinehund im Zaum halten, der offenbar ein Polartier ist und bei Kälte gedeiht. Kommentare und Ideen sind natürlich höchst willkommen!

Schokoriegeln die Tour vermasseln

Fangen wir gleich an mit einer Idee zur Ernährung. Wenn Licht und Energie fehlen, essen viele Menschen, um wach zu bleiben. Jetzt sind wir besonders anfällig für ungesunde Essgewohnheiten. Abgesehen von der ärgerlichen Sache mit dem Winterspeck fördern ungesunde Nahrungsmittel ja auch nicht gerade das Wohlbefinden. Vermasseln wir also Schokoriegel, Käsebrot & Co die Tour:

  • Ab heute präparieren wir jeden Tag gleich beim Frühstück eine Snackbox. Auch diejenigen, die zuhause arbeiten und  jederzeit zum Kühlschrank gehen können. Die Box sollte auf jeden Fall Obst oder Rohkost enthalten. Ansonsten hängt der Inhalt davon ab, ob sie das Mittagessen ersetzt oder nur für den Vormittag reichen soll. Joghurt, ein Ei oder eher was Körniges – Hauptsache, es spendet Kraft und Energie. Besonders wichtig: Es sollte alles verzehrfertig sein! Denn wenn man erst was schnippeln muss, wenn der Heißhunger kommt, dann ist der Schokoriegel unschlagbar…
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Nützliches,Selbstmanagement | Kommentieren

Die Rache der ToDo-Liste

Am effektivsten ist es ja, Sachen so prompt zu erledigen, dass sie gar nicht erst auf der To-Do-Liste auftauchen. Einfach direkt erledigen, das spart die Zeit fürs Aufschreiben und Ausstreichen. Schneller geht’s nicht – eigentlich.

Denn leider gibt es auch den Fall, dass man sich nach ein paar Tagen einfach nicht mehr erinnern kann: Hatte ich jetzt die Teilnahmebestätigung rausgeschickt oder nicht? Ist die Rechnung, die schon im Rechner ist, auch ausgedruckt und in die Post gegeben worden oder nicht? Was wäre das jetzt zeitsparend, wenn es – durchgestrichen natürlich – auf der To-Do-Liste stünde und man jetzt nicht beim Adressaten anrufen und scheinheilig „nur zur Sicherheit“ fragen müsste, ob eigentlich dieses oder jenes Schreiben angekommen ist… Außer natürlich, man hat vergessen, den entsprechenden Punkt auf der To-Do-Liste durchzustreichen und macht sich nun seufzend daran, die gleiche Rechnung nochmal… Wahrlich ein ergiebiger Stoff für einen kleinen Alptraum, zum nächtlichen Wälzen zwischen 3 und 5 Uhr morgens.

 

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Selbstmanagement | 1 Kommentar

Zum Leben zu wenig…

Eine wachsende Zahl Selbstständiger stockt ihr mageres Einkommen mit Arbeitslosengeld II auf. Vor allem Frauen, Solo-Selbstständige und Kreative erzielen nur ein geringes Einkommen. Die Zahl der “Aufstocker” hat sich seit 2005 fast verdreifacht. Das alles steht in der Studie “Selbstständige in der Grundsicherung”, die das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht hat.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | Kommentieren

Kinderfeindliches Büro?

Die Arbeitswelt gilt ja als kinderfeindlich, trotzdem tauchen die lieben Kleinen gerne und häufig im Büro auf. Jedenfalls, wenn es sich um ein Homeoffice handelt. Sollte das wirklich daran liegen, dass sie so scharf auf die Gesellschaft ihrer Eltern sind? Oder liegt es daran, dass ein Büro doch spannender ist für Kinder als allgemein behauptet?

Schon bei Babies ist zu beobachten, dass sie die für sie extra vorgesehenen Rasseln, Pupsenten und Gummibälle als langweilig klassifizieren, sobald sie festgestellt haben, dass diese sich nicht verspeisen lassen. Etwa 30 Sekunden braucht dafür das Durchschnittsbaby und wendet sich dann wieder dem spannenden schwarzen Stromkabel zu, an dem sich so gut knabbern lässt. Später haben die Kids kindgerechte Kinderzimmer, in denen Platz zum Toben, Verstecken und Spielen ist. Aber da ist es nicht so schön aufgeräumt wie im Büro, weshalb man beispielsweise zum Gogos zocken (da muss man Plastikfiguren aufstellen und abwerfen) die Nähe ordnungsliebender Eltern sucht. Oder aber es ist im Büro unordentlicher als im Kinderzimmer – dann kann man viel entdecken, oder Höhlen bauen aus Ablage- und Zeitschriftenstapeln. Außerdem ist zu vermuten, dass der Mensch doch vom Wolf abstammt und sein Revier markieren muss – zivilisierterweise per gleichmäßiger Verteilung von Utensilien in einem selbst definierten Raum, was bei Kindern heißt: Spielsachen werden triebhaft an jedem denkbaren Ort verstreut, auch im Büro. Einziger und schwacher Trost: Es geht vorbei. Es geht vorbei. Es geht vorbei… (Und dann sind wir traurig, weil sich die ehemals lieben Kleinen nun in ihren Kinder… äh, Jugendzimmern verbarrikadieren. Es ist Eltern einfach nie recht zu machen.)

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | Kommentieren