Arbeiten bei über 30 Grad

Zum Glück ist es gerade etwas kühler und das Thermometer zeigt heute im Büro auf angenehme 26 Grad. Und doch: Die nächsten heißen Tage mit über 30 Grad sind schon vorausgesagt. Wie soll man seine Arbeit auf die Dauer schaffen bei diesen Temperaturen?

Vor der ersten Hitzewelle  hatte ich hier im Blog unter anderem vorgeschlagen, sich selbst am Nachmittag „Hitzefrei“ zu geben. Vergangene Woche bin ich mit dieser Strategie gut gefahren. Aber wenn die Hitze weiter andauert, muss eine andere Strategie her, um das Arbeitspensum zu schaffen.  Einige Ideen habe ich schon gesammelt:

  • Ganz früh morgens und spät abends oder nachts arbeiten
  • Den Arbeitsplatz in einen kühlen Raum oder gar Keller verlegen (den eigenen oder den von Freunden)
  • In einer klimatisierten öffentlichen Bibliothek arbeiten
  • Wenn es gar nicht anders geht: Sich in ein Hotel mit Klimaanlage einchecken für ein oder zwei Tage, dann kann man auch in der Nacht besser schlafen. Die großen Hotelketten in der Großstadt haben im Sommer attraktive Angebote.

Und wie kommen Sie über die heiße Zeit?

Autorin: Birgit Golms | Themen: Alltag, Arbeiten, Nützliches, Selbstmanagement | 4 Kommentare

„Er macht auf Homeoffice“

Sogar beim Friseur ist das “Homeoffice” ein Thema. Bekanntermaßen reden die Menschen dort recht offen über ihre Probleme, teilen Freud und Leid mit ihrem Coiffeur. So auch bei meinem Friseur. Gleich mehrere seiner Kundinnen, so berichtete er neulich, hätten mittlerweile einen Mann, der von zuhause aus arbeitet. War der Partner vorher angestellt, so ist er jetzt selbstständig. Oder hatte er vorher als Selbstständiger ein externes Büro, so arbeitet er jetzt vom heimischen Büro aus. Und die Partnerin freut sich gar nicht. Nein. Sie fühlt sich gestört und sagt: “Er macht auf Homeoffice”.

Es ist interessant, auch mal die andere Seite zu hören. Nämlich die der Partner von Homeworkern. Nicht nur der Homeworker hat also bisweilen zu kämpfen mit der Arbeit in den eigenen vier Wänden, sondern auch alle Personen, die mit ihm im gleichen Haushalt leben.

Zwei typische Szenarien:

  • Szenario 1: Der Homeworker und seine Partnerin sind mit einem Mal beide den ganzen Tag zuhause. Das ist gar nicht so einfach! Gerade wenn die Frau bisher tagsüber die ganze Wohnung zur Verfügung hatte, so muss sie jetzt Rücksicht nehmen. Beide sehen sich jetzt plötzlich so viel wie sonst nie. Es kann sein, dass sich sich in der Anfangsphase mit dem Büro in den eigenen vier Wänden mächtig auf die Nerven gehen.
  • Szenario 2: Der Homeworker genießt die Arbeit zuhause, schläft morgens länger und geht mittags auf einen Cappucino zum Lieblingsitaliener. Wenn die Partnerin am Abend von der Arbeit nachhause kommt, freut er sich. Am liebsten möchte er mit ihr Essen gehen oder nochmal um die Häuser ziehen.  Die Partnerin jedoch ist müde von einem anstrengenden Tag im Büro. Sie freut sich auf einen gemütlichen Abend zuhause. Und ein bißchen neidisch ist sie auch: Während sie hart arbeitet, scheint es, als trinke ihr Liebster den ganzen Tag nur Capuccino!

Fazit: Es ist ein Irrtum zu denken, dass es mit der Arbeit im Homeoffice sofort reibungslos klappen muss. Tatsächlich bedeutet die Arbeit von zuhause aus immer eine Umstellung für alle Beteiligten. Sie erfordert deshalb auch die Rücksichtnahme sowie das Verständnis von allen. Am besten setzt man sich zusammen und spricht ganz offen über seine Wünsche, aber auch was einen stört. Meist lässt sich dann eine Lösung finden.

P.S. Es sei noch angemerkt, dass die gleichen Probleme natürlich auch auftauchen, wenn es die Frau ist, die im Homeoffice arbeitet!

Autorin: Birgit Golms | Themen: Alltag, Arbeiten, Denken | 1 Kommentar

Ablage “to go”

Gehören Sie zu den Homeworkern, die sich zu wenig bewegen? Viele Homeworker sitzen über Stunden am PC und “rosten” in der Sitzhaltung regelrecht ein. Um im Homeoffice in Bewegung zu kommen und etwas für den Rücken zu tun, kann folgender Tipp hilfreich sein: Stellen Sie nicht alles griffbereit, was Sie im Büroalltag brauchen, sondern nur in Sichtweite. So müssen Sie täglich ein paar Mal aufstehen und einige Schritte gehen, ohne darüber nachzudenken. Hier zwei Beispiele:

  • Die Teekanne oder das Getränk der Wahl stellen Sie gerade so weit weg, dass Sie zum Nachschenken einige Schritte gehen müssen.
  • Anstatt die Ablage über Wochen zu sammeln, heften Sie alles sofort ab. Mehrmals täglich, wenn es sein muss. Bewahren Sie dazu Ihre Ordner so auf, dass Sie zum Ablegen aufstehen müssen.

Gängige Ratgeber zum Selbstmanagement propagieren, im Büro alle Dinge griffbereit zu halten und dadurch Zeit zu sparen. Um sich ein paar Mal täglich vom Rechner loszureissen, können Ausnahmen wie oben beschrieben jedoch sehr hilfreich sein. Und wenn es nicht die Ablage ist, dann fällt Ihnen vielleicht etwas anderes ein, das Sie ändern könnten?

Autorin: Birgit Golms | Themen: Alltag, Arbeiten, Nützliches, Selbstmanagement | 4 Kommentare

Das Homeoffice dem Vermieter melden?

Viele fragen sich, ob der Vermieter zu informieren ist, wenn man in den eigenen vier Wänden arbeitet. In der aktuellen Ausgabe des MieterMagazins vom Berliner Mieterverein e.V. findet sich im Artikel „Heimarbeit – Wenn das Büro zu Hause einzieht …“ folgende Definition:

„ … Juristisch wird grundsätzlich zwischen erlaubnisfreier Heimarbeit und erlaubnispflichtiger teilgewerblicher Nutzung unterschieden. Maßgeblich ist hierbei die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 14. Juli 2009 (Az.: VIII ZR 165/08): “Geschäftliche Aktivitäten des Mieters in der Wohnung, die nach außen in Erscheinung treten, muss der Vermieter grundsätzlich nicht ohne entsprechende Vereinbarung dulden. Er kann jedoch nach Treu und Glauben verpflichtet sein, die Erlaubnis zur teilgewerblichen Nutzung zu erteilen, wenn es sich um eine Tätigkeit ohne Mitarbeiter und ohne ins Gewicht fallenden Kundenverkehr handelt; hierfür trägt der Mieter die Darlegungs- und Beweislast.” (Bundesgerichtshof, Wohnungswirtschaft und Mietrecht 2009, Seite 517) … .“

Der gesamte Artikel steht auch in der Online-Ausgabe des Magazins 3/2010, zu finden auf der Website des Mietervereins.

Autorin: Birgit Golms | Themen: Arbeiten, Nützliches | Kommentieren

Tipp: Beleuchtung im Homeoffice

Wenn es draußen dunkel ist und man im Homeoffice arbeitet, dann ist es wichtig, selbst für die angemessene Beleuchtung sorgen. Nicht nur die Augen werden es danken – auch die Konzentration ist dann besser. Natürliches Licht ist natürlich das Beste, aber im Winter und abends braucht man zusätzliches Licht. Fürs Homeoffice empfiehlt es sich, mehrere Lichtquellen im Raum zu haben: Neben der Deckenlampe und einer Schreibtischlampe mit beweglichem Arm ist ein Deckenfluter eine gute Wahl als weitere Lichtquelle. Er strahlt an die Wand und verteilt das Licht gleichmäßig im Raum. Allerdings braucht er fürs Homeoffice entsprechend viel Power – eine Lampe mit 300 Watt ist eine gute Richtgröße. Worauf man sonst noch achten sollte: Das Licht im Homeoffice sollte keine störenden Schatten auf den Monitor werfen und darf nicht blenden.

Autorin: Birgit Golms | Themen: Alltag, Arbeiten, Nützliches | Kommentieren

Schräger Wettbewerb

Unbeobachtet und ungestört lässt sich im Homeoffice die persönliche Exzentrik entfalten. So sieht es dort auch aus, vermuten die “Kölner Zeiträume” und fordern auf, Fotos für den Wettbewerb zum schrägsten Homeoffice einzusenden.

Die CoWorking News, die auf diesen Wettbewerb hinweisen, finden, das sei eine gute Idee, um auf die Nachteile des Homeoffice aufmerksam zu machen. Das allerdings impliziert, dass Homeworker ihre Schrullen zuhause lassen, wenn sie sich in Gemeinschaftsbüros zum Co-Worken einfinden. Hoffen wir für die Mitworker, dass das stimmt! – Und freuen wir uns auf spaßige Fotos.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag, Arbeiten, Kollegen | 6 Kommentare

Unsinn übers Homeoffice

Das Homeoffice senke die Produktivität, steht heute in dem Artikel „Der Unsinn des Homeoffice“ auf FAZ.NET. Er berichtet über Studien, denen zufolge Menschen langsamer arbeiten, wenn sie allein sind. Und zieht entsprechend niederschmetternde Schlussfolgerungen fürs Homeoffice.

Bloß: Welcher moderne Homeworker klebt denn Tüten in seinem Homeoffice? Oder kassiert? Klingt nach Unsinn im Homeoffice, doch waren es solche Arbeiten, die laut FAZ-Artikel in den Studien getestet wurden. Allerdings nicht im heimischen Büro, sondern in irgendwelchen Testräumen oder im Laden. Wenig überraschend, die Probanden tüteten eifriger ein und scanten schneller, wenn sie im Team tätig waren, als wenn sie allein diesen Beschäftigungen nachgingen. Die Botschaft an alle Arbeitgeber lautet zu Recht: Wenn ihr stupide Jobs vergebt, sorgt dafür, dass die Beschäftigten wenigstens Gesellschaft haben.

Im Homeoffice aber wirken andere Kräfte. Wer sich auf komplexe Tätigkeiten konzentrieren muss oder kreativ sein will, wird durch Gesellschaft leicht gestört. Nicht, weil sie allein langsamer arbeiten, sondern weil sie schneller sein möchten, erledigen viele Beschäftigte einen Teil ihrer Arbeit gerne zuhause. Und wenn die Arbeit interessant genug ist, wirkt die sogenannte intrinsische Motivation: die Lust auf die Arbeit, das eigene Interesse an der Sache.

Trotzdem braucht man auch als Homeworker Austausch, Anregung, Feedback, klar. Aber immer und ständig? Schreibe ich etwa schneller, bloß weil gegenüber einer sitzt und auch tippt? Und seufzt oder schnauft oder zu laut tippt oder stöhnt oder telefoniert oder mit dem Stuhl kippelt oder schmatzt oder mit den Knöcheln knackt oder mit den Fingern schnippt…?

Unsinn.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Arbeiten, Denken | 2 Kommentare

Never ending: Das Arbeitszimmer und die Steuer

Vielleicht dürfen Lehrer doch ihr häusliches Arbeitszimmer wieder von der Steuer absetzen. Der Bundesgerichtshof jedenfalls zweifelt daran, ob das Verbot aus dem Jahr 2007 verfassunggemäß ist. Interessant für alle, deren Tätigkeitsschwerpunkt nicht im Homeoffice liegt, die aber auch keinen anderen eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung haben, wie hier bei mediafon nachzulesen ist.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | Kommentieren