Allein unter Kunden

Wenn jemand den ganzen Tag unter Menschen ist, kommt man kaum darauf, ans Alleinarbeiten zu denken. Doch im Einzelhandel ist genau das ein Trend, der um sich greift: Möglichst nur einen Verkäufer in den Laden zu stellen, der die Ware rein- und ausräumt, die Kasse macht, Kunden berät und Ladendiebe erwischt.

Längst betrifft das nicht mehr nur in die Schlagzeilen geratene Drogeriemärkte. Auch in Buchläden, Modefilialen oder Schreibwarengeschäften sieht man Verkäufer immer häufiger allein arbeiten. Nicht so schlimm? Von wegen: Wann bitte soll man auf Toilette gehen, wenn man stundenlang allein im Laden steht? Einfach mal kurz abschließen funktioniert bei moderneren Ladenkonzepten leider schlecht, dem stehen  komplizierte Türsysteme oder Warentische auf der Straße im Weg.

Wer heutzutage noch politisch korrekt einkaufen möchte, hat es schwer. Dass manche Imbissbetreiber oder Kioskpächter darüber nur müde lächeln können, macht die Sache nicht besser.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken | Kommentieren

Stiefkind Mittagspause

Mittägliche Selbstvernachlässigung ist weiter verbreitet als jemand, der allein arbeitet, glaubt. Rund ein Drittel der Berufstätigen hierzulande machen gar keine Mittagspause, sondern nur Mittag. Das heißt, sie schlingen ihren Proviant tippend oder (oder surfend?) am Schreibtisch herunter. Das jedenfalls hat eine Umfrage des Stellenportals JobScout24.de ergeben.

Demnach gehen auch nur weniger als ein Drittel der Berufstätigen in die Kantine, und ein Restaurant mit Kollegen suchen lediglich 15 Prozent auf. Was sagen uns diese Zahlen? So sonderbar, wie wir denken, sind wir gar nicht.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | 1 Kommentar

Kalender und die Arbeitszeit

Ein neuer Kalender, ein neues Jahr… Der Kalender gibt ja vor, wann was zu tun ist: Arbeiten an den Wochentagen, Ausspannen am Samstag und Sonntag. Leider passt das nicht immer zur persönlichen Verfassung. Mal kann man sich gerade am Sonntag überhaupt nicht entspannen, mal mutiert ein Mittwoch zum Tiefpunkt der Wochenleistungskurve.

„Egal, du arbeitest trotzdem“, ist die Antwort von Auftraggebern, Vorgesetzten und Kollegen, die vielen Menschen hilft, eine Schaffenskrise unverzüglich zu verdrängen. „Egal, ich arbeite trotzdem“ im Selbstgespräch funktioniert ungleich schlechter. Wenn es außer mir selbst niemanden interessiert, ob ich jetzt was schaffe, oder erst morgen, dann wird Unlust zum ernsten Arbeitshemmnis. Fehlt nur noch, dass man jetzt in den Zug der tausend Selbstvorwürfe einsteigt, der genau an dieser Stelle abfährt. „Ich bringe es nicht“, „Ich bin noch fauler, als meine Eltern immer gesagt haben“, „Ich schaff das eben nicht“, heißen die Stationen auf der Strecke.

Da dieser Zug nach Nirgendwo fährt, wo eigentlich keiner hinwill, sei auf das gegenüberliegende Gleis verwiesen. Hier steht zur Abfahrt bereit der Zug der Emanzipation, und sein Ziel heißt selbst beschlossene Arbeitszeit.

Wenn es nämlich wirklich niemanden interessiert außer mir selbst, wann ich arbeite, dann ist es auch egal, ob Mittwoch oder Sonntag ist. Warum am Schreibtisch kleben, wenn man müde und erschöpft ist? Warum im Park herumlaufen, wenn man die ganze Zeit an ungelöste Aufgaben denkt?

Wegen des Kalenders? Och nö.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag, Arbeiten, Selbstmanagement | Kommentieren

Homeoffice-Tipp: Wiedereinstieg nach der Pause

Was im Homeoffice manchmal fehlt, ist die Kollegen-Horde, von der man sich nach einer Pause an den Arbeitsplatz zurückziehen lassen kann. Allein ist es schwieriger, die Energie zum Weiterarbeiten aufzubringen. Da läuft der Fernseher, und das Sofa ist so gemütlich. Jetzt noch ein bisschen Musik hören, oder im Internet surfen… sieht ja keiner…

Dieser Art von Endlospause könnt Ihr vorbeugen, indem Ihr Euch schon vorher überlegt, nach der Pause zu tun ist, und das auch entsprechend vorbereitet. Also: Nicht einfach alles fallen lassen und wegrennen, sondern vor der Pause noch die alten Unterlagen zusammenräumen, wegsortieren und schonmal überlegen, wie es nachher weitergehen soll.

  • Den Schreibtisch vor der Pause aufräumen. Chaos ist nicht einladend zum Arbeiten.
  • Überlegen, was nach der Pause erledigt werden soll.
    Das sollte sich nach der voraussichtlichen Verfassung nach der Pause richten. Wenn die Pause nach dem Mittagstief endet, wäre es gut, erstmal mit einer einfachen und möglichst angenehmen Tätigkeit in den Nachmittag einzusteigen. Wenn man bloß ein kurzes Minutenpäuschen am Vormittag plant und fit ist, passt auch eine größere Aufgabe.
  • Den ersten Arbeitsschritt vorbereiten – Unterlagen heraussuchen, eine Telefonnummer zurechtlegen, Stichpunkte aufschreiben.

Das Ziel ist, nach der Pause den Arbeitsfaden sofort wieder aufzunehmen. Und das ist  einfacher, wenn man weiß, was man tun kann, als wenn auf dem Schreibtisch noch die Planlosigkeit regiert.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag, Arbeiten, Selbstmanagement | Kommentieren