Fotografen…

Die Ich-Kollegin hat (erfreulicherweise) viel zu tun dieser Tage und weist daher statt eigenem Urhebens auf diesen lesenswerten Beitrag über Selbstvermarktung hin, geschrieben von dem Noch-Fotografen Samuel Kümmel. Noch-Fotograf, weil er den Beruf zum Jahresende nach fünf Jahren wieder aufgibt.

Ich stieß übrigens über einen Hinweis von der Ebook-Autorin und Bloggerin Irene Gronegger darauf.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Kollegen | 1 Kommentar

Rekorde aufstellen mit dem Teilzeitprotokoll

Eigentlich sind Zeitprotokolle grässlich, denn die Wahrheit nimmt dem Sein so viel schönen Schein. Schonungslos konfrontiert mich das Protokoll damit, dass ich bis zum Bahnhof nicht zwei, sondern zehn Minuten brauche, oder dass ich viel langsamer texte als ich mir gerne einbilde. Da schaue ich lieber nicht so genau hin!

Man kann sich aber auch mit einem Protokoll was vormachen, und das ist gar nicht so schlecht, wie es vielleicht klingt. Ich empfehle das Teilzeit-Protokoll. Ein solches führe ich dieser Tage, das heißt, ich schreibe die Dauer ausgesuchter Tätigkeiten auf. Natürlich fürchte ich ein Ergebnis, nach dem diese Tätigkeiten viel länger dauern als bisher illusioniert; andererseits habe ich auch die Hoffnung, dass das Protokoll kürzere Zeiten verzeichnet als bisher angenommen.

Und was soll ich sagen – die Hoffnung treibt, und zwar zu Höchstleistungen. Ich texte so konzentriert wie nie zuvor, plötzlich ist es kein Problem, Mails zu ignorieren und die Gedanken bei der Arbeit zu halten. Ich spüre auch keinen Hunger oder Durst, sondern einzig und allein das Bestreben, fertig zu werden und eine tolle, nämlich kurze Zeit zu notieren!

Selten habe ich so effektiv gearbeitet. Weiter gedacht könnte ich eine Liste mit persönlichen Rekorden führen. Oder eine solche ins Internet stellen: Wer schreibt am schnellsten Rechnungen? Oder E-Mails? Wer bestellt am schnellsten Druckerpatronen? Wer postet am schnellsten Blogeinträge?

Aber bleiben wir auf dem Teppich – spätestens wenn er erschöpft ist, merkt ja auch der dümmste Esel, dass er die Möhre vor seiner Nase nie erreicht.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Selbstmanagement | 1 Kommentar

Wie es wirklich zugeht im Homeoffice…

… berichtet Zeitonline, die ihre Leser um Einblicke in ihrer häusliche Arbeitswelt gebeten hatte und die teils sehr lustigen Antworten hier zusammenfasst.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag

Selten so geliebt wie jetzt: Homeoffice

Was haben sich unsere Ahnen nur dabei gedacht, hier zu siedeln? frage ich mich seit Tagen, wenn ich einen Blick nach draußen wage, und anschließend denke ich mit wärmster Zuneigung an jenes unbekannte Genie, welches das Homeoffice erfunden hat.

Ich weiß zwar, man soll sich nicht einigeln, sonst droht der Winterblues. Diesen Rat habe ich selbst schon verbreitet. Aber die Wahrheit ist: Zurzeit wär ich froh, wenn ich wenigstens das Blues-Stadium erreichen würde. Dann wäre ich auf jeden Fall fröhlicher und dynamischer als jetzt, wo ich zu oft aus dem Fenster geschaut habe in ein Szenario, das eine kluge Freundin von mir „Selbstmordwetter“ nennt.

Gestern musste ich, allen Befindlichkeiten zum Trotz, vor die Tür. Mir schwante schon nichts Gutes, als ich die Moderatorin im Radio etwas von „weiße Pracht“ faseln hörte. „Weiße Pracht“ steht in meiner Metropole für „grauer Schlamm“, dieser Tage „nasser grauer Schlamm“. In solchem ruinierte ich meine Stiefel und versuchte mir die Sache  dahingehend schönzudenken, dass man doch immerhin auf Mitmenschen trifft, wenn man draußen ist!

Aber ehrlich: Die Mitmenschen waren keine Lichtblicke. Sowas von gar nicht. Mir schlurften elende Gestalten entgegen, denen Wind und Schneeregen in Gesichter blies, die noch grauer waren als das Grau, das sie umgab. Ihre Mundwinkel hingen so weit herab, dass sie aufpassen mussten, nicht draufzutreten. Ihre Nasen tropften. Oder waren es Tränen? Menschen, denen ich näher kam, röchelten und schnieften und erinnerten mich an die Nachrichten von gestern abend, denen zufolge die Influenza-Grippe dieses Jahr besonders heftig wütet.

Selten liebe ich mein Homeoffice mehr als in solchen Zeiten. Ab jetzt geh ich nur noch raus, um Schokolade zu kaufen.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | 1 Kommentar

Unterdurchschnittlich erfolglos

Nicht mal 3 Prozent der Selbstständigen stocken ihr Einkommen mit Hartz IV auf, verbreitet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dieser Tage in einer Meldung.

Falls jemand etwas anderes gelesen zu haben glaubt, kann das daran liegen, dass das IAB selbst die Meldung auf ihre dramatischere Seite zugespitzt hat. “Mehr als 100.000 Selbständige müssen mit Hartz IV aufstocken”, lautet ihr Titel. Schockierend, dieses Elend… Tatsächlich aber sind die Freien ziemlich erfolgreich. Der Anteil der Aufstocker an allen Erwerbstätigen liegt nämlich bei 3,7 Prozent, das ist etwa ein Viertel höher als bei den Selbstständigen.

 

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Kollegen

Unvertretbar

Zu später Stunde, nach Einnahme enthemmender Flüssigkeiten in ausreichender Menge, offenbart die befreundete Berufskollegin, warum sie sich niemals krank meldet: Dann müsste sie ja jemand vertreten. Und diese Vertretung sähe dann, wie die Kollegin arbeitet. Ihre Überlebenschancen, sagt die Kollegin, sind größer, wenn sie sich krank ins Büro schleppt, als wenn irgendjemand sieht, wie sie arbeitet.

Diese befreundete Kollegin arbeitet nämlich angestellt, aber sehr selbstständig, und die Freiheit, ihre Arbeit nach ihrem Gutdünken organisieren zu können, genießt sie in vollen Zügen. Also, normalerweise, wenn sie nicht krank ist und fürchten muss, dass jemand versucht, durch ihr System, äh, Chaos durchzusteigen. Denn sie hat nicht alles vorbildlich dokumentiert. Ihre Ordner und ihre Ablage ähneln einem Korallenriff: Im Laufe des Lebens und der Gezeiten gewachsen, bunt, vielfältig, und irgendwie schön – aber wer etwas Bestimmtes sucht, muss tief und lange tauchen. Ihr Suchsystem funktioniert nach der Erinnerung: Neulich gemailt, da muss die Adresse irgendwo im Postfach zu finden sein… Kurz, wer hier Vertretung macht, muss erstmal einen Monat aufräumen. (Das übrigens tut die Kollegin einmal im Jahr selbst, nämlich, wenn sie ihre urlaubsbedingte Abwesenheit vorbereitet. Hinterher ist sie einen weiteren Monat mit Suchen beschäftigt, weil sie sich nicht erinnert, nach welchem System sie aufgeräumt hatte.)

So weit, so typisch – genau die gleiche Geschichte hatte ich kurz vorher von einem Freund gehört, der als Projektleiter arbeitet und niemals krank werden kann, weil er sich für so unordentlich hält.

Was schlussfolgern wir: Viele der vermeintlichen Helden, die sich mit Fieber an den Schreibtisch schleppen, sind in Wahrheit verschämte kleine Wurschtler mit genau den gleichen menschlichen Schwächen und Sorgen wie wir. Tröstlich. Aber auch tragisch, dass keiner das vom anderen weiß und sich deshalb jeder für einzigartig hält in seiner Fehlbarkeit.

Vielleicht sollten wir Vertretungsclubs gründen: Einen Tag im Jahr vertreten wir uns gegenseitig, damit wir alle merken, dass die anderen auch mit Provisorien arbeiten und wir keineswegs die einzigen sind, die hier etwas mogeln und da mal schummeln… Aber dann würden wir wahrscheinlich alle vorher wochenlang aufräumen, um uns nicht vor der Vertretung zu blamieren, und gegenseitig wären wir dann dermaßen von der vorgefundenen Ordnung am Arbeitsplatz des Kollegen beeindruckt, dass wir uns anschließend noch viel schämen würden…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Kollegen,Selbstmanagement

Winterblues, nein danke. Folge 3:
Farbe ins Spiel bringen

Den Tipp, jetzt öfter mal rauszugehen, erspare ich Euch, das kann ich zumindest im Osten der Republik angesichts zweistelliger Minusgrade und kräftigem Wind grade nicht verantworten.

Schauen wir uns also drinnen um – heute mit der Frage: Welche Farben brauchen wir jetzt? An vielen Arbeitsplätzen dominieren blau, braun oder grau. Diesen Farben werden ausgleichende und beruhigende Wirkungen zugeschrieben, was sicher nicht verkehrt ist, um einen langen Arbeitstag gut zu überstehen. Doch wenn in der winterlichen Lichtarmut die Beruhigung überhand nimmt und sich zum Durchhänger auswächst, können ein paar Farbakzente beleben.

  • Wir bringen Farbe ins Spiel. Gelb und Orange wirken belebend und aufheiternd. Also, entweder gelbe Blumen auf den Schreibtisch. Oder ein farbenfrohes Bild aufgehängt. Wer eh meistens auf den Bildschirm starrt, könnte vielleicht den Desktop-Hintergrund entsprechend ändern. Oder Ihr gönnt Euch neue Kaffeetassen, Stiftebecher, Schreibtischunterlagen.

Winterblues, nein danke. Folge 1: Schneller sein als der Heißhunger

Winterblues, nein danke. Folge 2: Schlafen

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Nützliches,Selbstmanagement

Winterblues, nein danke. Folge 2: Schlafen

Ausreichend schlafen, das schafft nicht jeder. Zumal jetzt, in diesem verkürzten Dezember, wo der Job oft länger dauert, weil noch so viel geschafft werden muss, weil Weihnachtsfeiern zu überstehen sind und weil dann die verknappte Freizeit mit Plätzchen backen, Geschenke kaufen und sonstigen weihnachtlichen Aktivitäten vollgestopft ist. Fehlt nur noch eine Erkältung, und wir laufen auf dem Zahnfleisch. Doch was tun, wenn die Tage einfach zu lang und gute Vorsätze à la “ab morgen gehe ich jeden Tag früh ins Bett” chancenlos sind?

  • Wir legen pro Woche zwei Schlaftage ein. Klingt krass, aber damit ist nicht gemeint, komplette Tage durchzuschlafen, sondern in der Woche einen Tag auszuwählen, an dem wir schon um 21 Uhr oder noch eher im Bett liegen. Der zweite Schlaftag findet am Wochenende statt. An diesem Tag machen wir einen Mittagsschlaf. Mir dem Zusatzschlaf an diesen beiden Tagen erhöhen wir die Chance, die stressigste Phase des Jahres ohne allzu großen Energieverlust überstehen.

Winterblues, nein danke. Folge 1: Schneller sein als der Heißhunger

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Nützliches,Selbstmanagement

Winterblues, nein danke. Folge 1:
Schneller sein als der Heißhunger

Energiegeladen vom Spätsommer, gewärmt von der Herbstsonne – da sollte der Winter eigentlich zu schaffen sein, oder? Doch spätestens nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit schlägt die Dunkelheit zu. Aufstehen gerät zur Mühsal, rausgehen wird durch minutenlange Anziehprozeduren beschwert, und dass es ab 16 Uhr dämmert, macht die Sache auch nicht besser. Mit Dunkelheit und Kälte kommen die Durchhänger. Symptome: Trödeln, Schokolade essen, schlechte Laune – weil der Ausgleich fehlt, weil es schwierig ist, aufzutanken, und weil man so unzufrieden ist ob der Antriebslosigkeit und der schlechten Arbeitsleistung. Solchen Tiefs sind wir als Alleinarbeiter besonders ausgeliefert.

Jammermodus-off: Winter bleibt Winter, aber vielleicht können wir ja den schlimmsten Durchhängern vorbeugen, möglichst bevor wir so tief im Antriebsloch versunken sind, dass wir gar nicht mehr rauskommen? Dieses Jahr wird alles besser! Hier auf Kollege Ich werden in den kommenden kalten und dunklen Monaten in loser Folge Tipps zu lesen sein, wie wir uns motivieren können, wo wir Energie bekommen können und wie wir den inneren Schweinehund im Zaum halten, der offenbar ein Polartier ist und bei Kälte gedeiht. Kommentare und Ideen sind natürlich höchst willkommen!

Schokoriegeln die Tour vermasseln

Fangen wir gleich an mit einer Idee zur Ernährung. Wenn Licht und Energie fehlen, essen viele Menschen, um wach zu bleiben. Jetzt sind wir besonders anfällig für ungesunde Essgewohnheiten. Abgesehen von der ärgerlichen Sache mit dem Winterspeck fördern ungesunde Nahrungsmittel ja auch nicht gerade das Wohlbefinden. Vermasseln wir also Schokoriegel, Käsebrot & Co die Tour:

  • Ab heute präparieren wir jeden Tag gleich beim Frühstück eine Snackbox. Auch diejenigen, die zuhause arbeiten und  jederzeit zum Kühlschrank gehen können. Die Box sollte auf jeden Fall Obst oder Rohkost enthalten. Ansonsten hängt der Inhalt davon ab, ob sie das Mittagessen ersetzt oder nur für den Vormittag reichen soll. Joghurt, ein Ei oder eher was Körniges – Hauptsache, es spendet Kraft und Energie. Besonders wichtig: Es sollte alles verzehrfertig sein! Denn wenn man erst was schnippeln muss, wenn der Heißhunger kommt, dann ist der Schokoriegel unschlagbar…
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Nützliches,Selbstmanagement | 2 Kommentare

Nettworking

Nette Tage, das sind solche, an denen man etwas mehr Muße und etwas weniger Arbeit hat.

Leider lösen solche Tage leicht Gewissensbisse aus. Gerade wenn man sein Tempo selbst bestimmt, steht ja die Sorge im Raum, zu undiszipliniert zu sein, die Arbeitshaltung zu verlieren.

Dabei tun gerade die netten Tage gut. Sie entspannen, setzen neue Energie frei. Die Muße lässt mal eine andere Gedanketiefe zu und fördert vielleicht neue Ideen zutage. Außerdem ist der Mensch keine Maschine – jeden Tag ackern bis zum Anschlag, das geht auf Dauer nicht gut.

Und wie macht man sich nun einen netten Arbeitstag? Wie geht das: Nettworken?

Für mich bedeutet das in erster Linie, ohne Zeitdruck zu arbeiten.

… langsam sein dürfen;

… Zeit für Anrufe haben, auch wenn es um Privates geht;

… E-Mails beantworten, die gar nicht dringend sind;

… Forenbeiträge posten, die auch nicht dringend sind;

… alte Unterlagen wegsortieren und dabei das eine oder andere Projektfazit notieren;

… spontan den Ideen nachgehen, die die Muße ans Licht bringt;

… zwischendurch aufstehen und die Blumen gießen;

… ein neues Bild am Schreibtisch aufhängen;

… eine Extra-Qualitätsschleife beim aktuellen Projekt einlegen;

… Blog- und sonstige Beiträge von Freund und Feind lesen;

… In Ruhe einen Blogbeitrag schreiben und dabei in Ruhe überlegen, was ich in Ruhe alles tun könnte…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Selbstmanagement