Winterblues, nein danke. Folge 2: Schlafen

Ausreichend schlafen, das schafft nicht jeder. Zumal jetzt, in diesem verkürzten Dezember, wo der Job oft länger dauert, weil noch so viel geschafft werden muss, weil Weihnachtsfeiern zu überstehen sind und weil dann die verknappte Freizeit mit Plätzchen backen, Geschenke kaufen und sonstigen weihnachtlichen Aktivitäten vollgestopft ist. Fehlt nur noch eine Erkältung, und wir laufen auf dem Zahnfleisch. Doch was tun, wenn die Tage einfach zu lang und gute Vorsätze à la “ab morgen gehe ich jeden Tag früh ins Bett” chancenlos sind?

  • Wir legen pro Woche zwei Schlaftage ein. Klingt krass, aber damit ist nicht gemeint, komplette Tage durchzuschlafen, sondern in der Woche einen Tag auszuwählen, an dem wir schon um 21 Uhr oder noch eher im Bett liegen. Der zweite Schlaftag findet am Wochenende statt. An diesem Tag machen wir einen Mittagsschlaf. Mir dem Zusatzschlaf an diesen beiden Tagen erhöhen wir die Chance, die stressigste Phase des Jahres ohne allzu großen Energieverlust überstehen.
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Denken,Geschäft | Kommentieren

Winterblues, nein danke. Folge 1:
Schneller sein als der Heißhunger

Energiegeladen vom Spätsommer, gewärmt von der Herbstsonne – da sollte der Winter eigentlich zu schaffen sein, oder? Doch spätestens nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit schlägt die Dunkelheit zu. Aufstehen gerät zur Mühsal, rausgehen wird durch minutenlange Anziehprozeduren beschwert, und dass es ab 16 Uhr dämmert, macht die Sache auch nicht besser. Mit Dunkelheit und Kälte kommen die Durchhänger. Symptome: Trödeln, Schokolade essen, schlechte Laune – weil der Ausgleich fehlt, weil es schwierig ist, aufzutanken, und weil man so unzufrieden ist ob der Antriebslosigkeit und der schlechten Arbeitsleistung. Solchen Tiefs sind wir als Alleinarbeiter besonders ausgeliefert.

Jammermodus-off: Winter bleibt Winter, aber vielleicht können wir ja den schlimmsten Durchhängern vorbeugen, möglichst bevor wir so tief im Antriebsloch versunken sind, dass wir gar nicht mehr rauskommen? Dieses Jahr wird alles besser! Hier auf Kollege Ich werden in den kommenden kalten und dunklen Monaten in loser Folge Tipps zu lesen sein, wie wir uns motivieren können, wo wir Energie bekommen können und wie wir den inneren Schweinehund im Zaum halten, der offenbar ein Polartier ist und bei Kälte gedeiht. Kommentare und Ideen sind natürlich höchst willkommen!

Schokoriegeln die Tour vermasseln

Fangen wir gleich an mit einer Idee zur Ernährung. Wenn Licht und Energie fehlen, essen viele Menschen, um wach zu bleiben. Jetzt sind wir besonders anfällig für ungesunde Essgewohnheiten. Abgesehen von der ärgerlichen Sache mit dem Winterspeck fördern ungesunde Nahrungsmittel ja auch nicht gerade das Wohlbefinden. Vermasseln wir also Schokoriegel, Käsebrot & Co die Tour:

  • Ab heute präparieren wir jeden Tag gleich beim Frühstück eine Snackbox. Auch diejenigen, die zuhause arbeiten und  jederzeit zum Kühlschrank gehen können. Die Box sollte auf jeden Fall Obst oder Rohkost enthalten. Ansonsten hängt der Inhalt davon ab, ob sie das Mittagessen ersetzt oder nur für den Vormittag reichen soll. Joghurt, ein Ei oder eher was Körniges – Hauptsache, es spendet Kraft und Energie. Besonders wichtig: Es sollte alles verzehrfertig sein! Denn wenn man erst was schnippeln muss, wenn der Heißhunger kommt, dann ist der Schokoriegel unschlagbar…
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Nützliches,Selbstmanagement | Kommentieren

Nettworking

Nette Tage, das sind solche, an denen man etwas mehr Muße und etwas weniger Arbeit hat.

Leider lösen solche Tage leicht Gewissensbisse aus. Gerade wenn man sein Tempo selbst bestimmt, steht ja die Sorge im Raum, zu undiszipliniert zu sein, die Arbeitshaltung zu verlieren.

Dabei tun gerade die netten Tage gut. Sie entspannen, setzen neue Energie frei. Die Muße lässt mal eine andere Gedanketiefe zu und fördert vielleicht neue Ideen zutage. Außerdem ist der Mensch keine Maschine – jeden Tag ackern bis zum Anschlag, das geht auf Dauer nicht gut.

Und wie macht man sich nun einen netten Arbeitstag? Wie geht das: Nettworken?

Für mich bedeutet das in erster Linie, ohne Zeitdruck zu arbeiten.

… langsam sein dürfen;

… Zeit für Anrufe haben, auch wenn es um Privates geht;

… E-Mails beantworten, die gar nicht dringend sind;

… Forenbeiträge posten, die auch nicht dringend sind;

… alte Unterlagen wegsortieren und dabei das eine oder andere Projektfazit notieren;

… spontan den Ideen nachgehen, die die Muße ans Licht bringt;

… zwischendurch aufstehen und die Blumen gießen;

… ein neues Bild am Schreibtisch aufhängen;

… eine Extra-Qualitätsschleife beim aktuellen Projekt einlegen;

… Blog- und sonstige Beiträge von Freund und Feind lesen;

… In Ruhe einen Blogbeitrag schreiben und dabei in Ruhe überlegen, was ich in Ruhe alles tun könnte…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Selbstmanagement | Kommentieren

Bin ich eigentlich ein Profi?

Sich dieser Tage fit zu fühlen, mit einer gesunden Gesichtsfarbe herumzulaufen und nicht mal ein Rückenleiden vorweisen zu können: Ist das eigentlich noch professionell? Müsste sich die echte Leistungsträgerin nicht augenberingt und blähbäuchig durch die Gegend schleppen, zu nichts anderem kommend, als am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten, weil dermaßen unabkömmlich und gefragt? Welcher Leistungsträger möchte schon riskieren, durch eine Pause die Schuld für den Stillstand der Welt auf seine verspannten Schultern zu laden?

Wer seine Work-Life-Balance verbessern will, sei gewarnt: Der Preis fürs Wohlbefinden ist ein schlechtes Gewissen. ‘Mir geht’s zu gut’, lautet der tägliche Selbstvorwurf. Auch wenn es eigentlich nur an der Freiheit liegt, tagsüber draußen mal joggen zu können, was man mit Spätschichten am Abend kompensiert, sprich, wenn man gar nicht weniger arbeitet als andere, sondern nur die Zeit flexibler einteilt.

Ein echter Profi leidet, denkt der unechte, weil fitte Profi. Der Witz an der Sache ist natürlich, dass ihn der echte, weil leidende  Profi um seine gelungene Work-Life-Balance beneidet und sich mit all seinen Stresssymptomen wie ein blutiger Anfänger vorkommt. Wäre es nicht längst an der Zeit, das Leben endlich besser in den Griff zu bekommen, denkt er sich…

Meine Damen und Herren, Sie lasen einen Beitrag zum Thema: Wie man es macht, ist es verkehrt.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Selbstmanagement | 2 Kommentare

Kauft Schuhe! Jetzt!

Als Homeworkerin lebt man ja antizyklisch, deshalb sind die Weihnachtseinkäufe längst gemacht. Nicht wahr? Während Büromenschen am 23. und 24. Dezember panisch durch die Läden irren, lehnt unsereins sich entspannt zurück. Das haben wir in den letzten Wochen alles zwischendurch erledigt, vormittags, wenn die anderen am Schreibtisch saßen. Oder?? – Nicht neidisch werden, liebe Büromenschen, dafür haben wir uns das Gedränge am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt entgehen lassen, da saß unsereins am Schreibtisch.

Jetzt mein heißer Tipp: Gehet los und kaufet Schuhe! Der 23. und 24. Dezember sind ganz hervorragende Einkaufstage dafür, habe ich letztes Jahr festgestellt. Denn die vielen Weihnachtseinkäufer treiben sich jetzt in den Elektronikmärkten, Spielzeughöllen und Schmuckbuden herum. Gähnende Leere herrscht dagegen in den Schuhgeschäften meines Vertrauens. Entspannter geht es nicht – und dann auch noch dies: Weihnachten und Silvester mit neuen Schuhen!

Und nun wünsche ich Euch allen sehr schöne Feiertage.

P.S.: Falls die Läden doch voll sein sollten: nicht sauer sein. Das liegt bestimmt nur daran, dass alle Leute diesen Blogeintrag hier gelesen haben…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | Kommentieren

Irgendwas ist immer zu tun

Einen – einzigen! – guten Aspekt habe ich dem Sozialabbau der letzten Jahre abgewinnen können: Ich stoße auf mehr Verständnis, wenn ich als Selbstständige über meine Geschäftsschwankungen klage. Den mahnenden Hinweis: „Dann such dir doch eine Festanstellung“ muss ich mir nicht mehr anhören. So viel sicherer stehen Angestellte nämlich nicht mehr da. Wenn sie ihren Job verlieren, bekommen sie zwar Arbeitslosengeld, doch schon bald sind sie auf die gleiche staatliche Wohlfahrt angewiesen wie ich.

So fällt, wenn auch aus überaus ärgerlichen Gründen, ein Argument gegen Selbstständigkeit weg. Die Unsicherheit ist ja ein großes Thema für Selbstständige und für alle Menschen, die über eine Existenzgründung nachdenken. Positiv ist an ihr ist, dass der Beruf meist spannend und aufregend bleibt, wenn man selbstständig ist, weil man immer wieder auf neue Auftraggeber und Kollegen trifft und mit den neuen Aufträgen auch neue Erfahrungen locken. Es ist aufregend, selbstständig zu sein. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich die schwankende Auftragslage, die Ungewissheit, ob regelmäßig genug Geld hereinkommt.

Doch nach etlichen Jahren auf schwierigen Märkten muss ich sagen, selbst in Krisensituationen weiß ich meine Selbstständigkeit zu schätzen. Neue Aufträge zu suchen  kostet zwar Kraft, gelegentliche Unterdeckung zerrt an den Nerven. Dafür  bleibt das Geschäft in Bewegung. Akquise geht schneller, Anfragen und Angebote sind unkomplizierter und flexibler zu versenden, es gibt ein Netzwerk an Kollegen und Auftraggebern, und dann bewegt sich hier etwas und da etwas. Und wenn es nur Kleinkram ist, so ist doch immer irgendwas zu tun. Das tut der Psyche ziemlich gut! Meiner jedenfalls. Ich fände es viel schwieriger, ständig auf die Antworten für Bewerbungen warten und bei Null anfangen zu müssen, wenn ich eine Festanstellung verliere.

Es gibt natürlich auch andere Erfahrungen, schon weil es unterschiedliche Arten von Selbstständigkeit gibt. Wer sehr große und über Monate oder Jahre dauernde Projekte akquiriert, hat oft einen ähnlichen Aufwand wie Leute, die sich auf Festanstellungen bewerben. Dafür kommen vielleicht mehr Geld und Stetigkeit dabei heraus.

Mein Umgang mit der Unsicherheit ist daher nur eine Erfahrungen von vielen. Und sowieso nur einer von vielen Aspekten der Selbstständigkeit. Wer weitere Erfahrungen lesen und nachdenken möchte, klicke zu Selbstständig im Netz. Da läuft noch bis 30. September die Blogparade „Positive und negative Erfahrungen in der Selbstständigkeit“. Dieser Text ist ein Beitrag dazu.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken,Kollegen | 1 Kommentar

Am frühen Nachmittag geduscht

Ja, so ist es, das Freiberufler-Leben: Morgens wird erstmal weitergeschlafen, dann treibt man sich im Internet herum, am frühen Nachmittag endlich duscht man sich, und dann gilt es nur noch, eine abgearbeitete Miene aufzusetzen, wenn die Mitmenschen aus dem Büro nach Hause getaumelt kommen.

Sehr herrlich beschreibt die Übersetzerin Isabel Bogdan diese Art von Freiberufler-Tag in der Kolumne “Lotterleben” im Titel-Magazin. Zum Glück verzichtet sie aber darauf, es zu verherrlichen. Dieser Satz hat mir am besten gefallen: “Und man selbst nervt sich auch, also ich mich jedenfalls, wenn ich erst nicht zu Potte komme und dann wieder die Nächte kurz werden und ich Einladungen absagen muss.”

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | Kommentieren

Kalte Füße

Ich habe kalte Füße. Das ist normalerweise nicht so schön. An einem Tag wie heute aber finde ich mich selbst beneidenswert, denn es hat hier (in der Hauptstadt) schon am Vormittag 30 Grad, es ist unglaublich schwül, und nein: Ich habe keine Schüssel mit kaltem Wasser unter dem Schreibtisch stehen. Obwohl ich könnte, im Homeoffice sieht’s ja keiner, und Schüsseln hab ich hier natürlich auch.

Aber meine Füße sind von selber kalt, weil nämlich meine Wohnung und damit mein Arbeitsplatz kühl ist. Ist das nicht toll? Außerdem kann ich hier anziehen bzw. ausziehen, was ich will – kein Dresscode zwingt mich in teure Tücher, die ich dann doch bloß verschwitzen und zerknittern würde.

Prima Klima also im Homeoffice. Lediglich das Gefühl von Einzigartigkeit irritiert etwas. Draußen auf der Straße nämlich schleppen sich die Leute mit offensichtlich viel zu warmen Füßen vorbei, und im virtuellen Netzwerk singt ein vielstimmer Chor das Lied der Hitzegeschädigten. Naja, ich könnte es hier drin auch wärmer haben. Müsste bloß das Fenster öffnen. Aber damit warte ich lieber bis morgen.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | Kommentieren

Freiwillige Arbeitslosenversicherung wird teurer

Es könnte eine gute Nachricht sein,  dass sich Selbständige auch über 2010 hinaus freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung absichern können. Wäre da nicht der Schönheitsfehler der steigenden Beiträge. Heute gab es einen Kabinettsentwurf dazu, voraussichtlich soll im Herbst ein Gesetz draus werden. Näheres erläutern mediafon und akademie.de, Kritik übt ver.di.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | Kommentieren

Heute schon nicht gearbeitet?

Sagt nicht jeder, Arbeit sei nur das halbe Leben, es müsse auch noch andere Dinge geben? Vielleicht sind wir Alleinarbeiter ja die einzigen Deppen, die das glauben, aber wer, wenn nicht wir, hat die Chance, die Probe auf Exempel zu machen?

Alternativen zum Arbeiten gibt es genug: Im Bett bleiben, lange frühstücken, Sport treiben, lesen, Sonne tanken, ein Kind bespaßen, shoppen. Diesen Versuchungen zu widerstehen und trotzdem zu arbeiten, das ist das Kunststück der Selbstbestimmung. Sofern man wirklich arbeiten möchte. Oftmals entsteht dieser Ehrgeiz ja eher durch den gesellschaftlichen Druck, den die Norm des Achtstundentags ausübt. Wer sich trotzdem nicht aufraffen kann und an Disziplinarmut scheitert, tröste sich: Jetzt und hier beginnt eigentlich erst die Selbstbestimmung, nämlich die Freiheit, NICHT zu arbeiten.

Sie ist zunächst eine Herausforderung, denn in Nullkommanix setzt das schlechte Gewissen ein: Den erschöpften Mitmenschen gegenüber, die abends abgekämpft aus dem Büro nach Hause stolpern, den Kindern gegenüber, weil man noch etwas Zeit gehabt hätte, um mehr Geld zu verdienen. Und der ganzen Allgemeinheit gegenüber sowieso. Einfach so verzichtet es sich eben nicht auf Arbeit und Pflicht als Lebensschwerpunkt und Struktur. Andererseits: Wer sich erstmal durchgerungen und vom Normenzwang des Achtstundentages befreit hat, stellt fest: Es stimmt, da ist noch was. Man muss nur den Mut haben, es zuzulassen.

Der Trick ist, Arbeit und Leben als Projekte zu betrachten. Schreib ein Buch, erstell einen Businessplan, programmiere eine Website – liebe einen Menschen, betreue deine Nachbarin, renovier deine Wohnung. Mal ist etwas Privates wichtig und interessant, mal etwas Berufliches. Das Leben leben heißt, selbst die eigenen Schwerpunkte und Themen zu setzen. Mag sein, das verstößt gegen manche Konventionen. Sowieso sollte man Zusagen einhalten und Pflichten erfüllen. Doch wenn es im Job einmal weniger zu tun gibt, und dafür andere Lebensthemen drängen: Warum nicht nehmen, wie es kommt? Klar, andere Leute können sich das nicht leisten, das schlechte Gewissen… Aber ehrlich, wenn man jetzt arbeiten müsste: Dann wären da wieder all diese Stunden, die man abgelenkt und halbherzig am Schreibtisch herumhinge, weil man meinte, etwas tun zu müssen, sich aber kaum aufraffen könnte.

Also, dies ist ein Plädoyer für klare, selbstbestimmte Entscheidungen und ein Mutmacher an alle Alleinarbeiter: Nutzt Eure Spielräume!

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken,Selbstmanagement | 3 Kommentare