Aufschieberitis?
Jeder kennt wohl dieses unangenehme Gefühl, das als „Aufschieberitis“ bekannt ist: Eine Arbeit ist zu erledigen, aber es gelingt einfach nicht, mit der Umsetzung überhaupt zu beginnen. Da wird im Internet gesurft, jede Menge Kaffee getrunken, Kuchen gegessen oder die Wohnung geputzt – nur die Arbeit liegt noch immer unangetastet auf dem Schreibtisch. Und das schlechte Gewissen wächst und wächst.
Besonders im Homeoffice ist jeder mit seinem inneren Schweinehund noch stärker konfrontiert als im aushäusigen Büro, denn hier gibt es keinerlei soziale Kontrolle. Hinzu kommt der Druck, den sich viele Homeworker ohnehin machen. Der verhindert erst recht, die “ungeliebte” Tätigkeit anzugehen. So lange, bis die Deadline naht und der Panikpegel steigt. Was tun?
Patentrezepte gibt es leider nicht, denn jeder Mensch tickt anders. Das gilt insbesondere im Homeoffice. Während es dem einen hilft, sich ganz bewusst noch ein Päuschen zu gönnen, um dann gestärkt die Arbeit anzugehen, kommt der andere aus der Pause nicht mehr heraus. Deshalb ist es nützlich, sich selbst zu erforschen: Was ist der Grund für die Aufschieberitis? Fehlt die Lust an der Arbeit oder fehlen Informationen zum Auftrag? Überfordert oder unterfordert die Tätigkeit? Oft ergibt sich daraus schon die Lösung des Problems und die Arbeit kommt wieder in Gang.
Drei Beispiele:
- Die Analyse ergibt, dass Sie noch Informationen benötigen, um die Arbeit zu erledigen? Dann quälen Sie sich nicht länger, sondern holen die benötigten Informationen einfach ein. Oft reichen ein Anruf oder eine Mail. Damit zeigen Sie nicht etwa eine Blöße, sondern Interesse daran, den Auftrag so gut wie möglich zu erledigen.
- Sie sind mit dem Auftrag überfordert? Überlegen Sie, wer Ihnen helfen kann. Entweder mit einem Rat oder gar bei der Umsetzung. Brechen Sie das Eis, indem Sie mit einer Kollegin oder einem Kollegen Ihres Vertrauens über die Aufgabe sprechen. Freunde und Familie können ebenfalls gute Zuhörer sein, sie können die Probleme von Homeworkern allerdings oft nicht verstehen.
- Sie sind ausgepowert und brauchen einfach einen Moment Zeit für sich? Dann gönnen Sie sich eine Auszeit und begrenzen sie. Sagen Sie sich zum Beispiel „Heute (oder Morgen) um x Uhr fange ich mit der Aufgabe an“. Und legen dann los.


