Das Geschäft professionalisieren – Buchtipp

Viele Selbstständige fangen “klein” an – mit einfachen Mitteln, pragmatisch, ohne großes Geschäftsgehabe. Das ist nicht der schlechteste Einstieg, doch schleicht sich irgendwann das Gefühl ein, etwas Systematik und Professionalität könnten nicht schaden.

Für diesen Zeitpunkt sei der frisch gedruckte Ratgeber “Selbstständig und dann? Wie Freiberufler langfristig erfolgreich werden” der Wirtschaftsjournalistin Constanze Hacke empfohlen.  Er behandelt die unternehmerische Seite der Freiberuflichkeit.  Dazu gehören Organisation und Finanzen. Es geht um die Bestandsaufnahme: Wie sieht der Kundenstamm aus, wie verhalten sich die Umsätze, stimmen Einnahmen und Ausgaben? Darauf folgen Informationen und Ratschläge zu Strategie, Akquise, Kalkulation. Was muss ich eigentlich verdienen, um gut zu leben? Wie gewinne ich neue Kunden? Wie kann ich meine Positionierung auf dem Markt verändern? Optimistischer Schluss sind Hinweise zur Einstellung von Mitarbeitern.

Constanze Hackes Ratgeber behandelt durchaus die klassischen Themen, die sich in vielen Selbstständigkeitsratgebern finden. Empfehlenswert ist, dass hier nicht nur Gründer angesprochen werden, sondern auch “fortgeschrittene” Freiberufler. Vor allem die Kapitel über Finanzen sind handfest, sehr informativ und passgenau zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Freiberuflern. Wer bisher “drauf los” gewirtschaftet hat, kann sich hier ein professionelles unternehmerisches Fundament schaffen.

Constanze Hacke: Selbstständig und dann? Wie Freiberufler langfristig erfolgreich werden, 2011, Wiley, 22,90 €, ISBN 978-3-527-50625-5

 

 

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Nützliches | 2 Kommentare

Winterblues, nein danke. Folge 2: Schlafen

Ausreichend schlafen, das schafft nicht jeder. Zumal jetzt, in diesem verkürzten Dezember, wo der Job oft länger dauert, weil noch so viel geschafft werden muss, weil Weihnachtsfeiern zu überstehen sind und weil dann die verknappte Freizeit mit Plätzchen backen, Geschenke kaufen und sonstigen weihnachtlichen Aktivitäten vollgestopft ist. Fehlt nur noch eine Erkältung, und wir laufen auf dem Zahnfleisch. Doch was tun, wenn die Tage einfach zu lang und gute Vorsätze à la “ab morgen gehe ich jeden Tag früh ins Bett” chancenlos sind?

  • Wir legen pro Woche zwei Schlaftage ein. Klingt krass, aber damit ist nicht gemeint, komplette Tage durchzuschlafen, sondern in der Woche einen Tag auszuwählen, an dem wir schon um 21 Uhr oder noch eher im Bett liegen. Der zweite Schlaftag findet am Wochenende statt. An diesem Tag machen wir einen Mittagsschlaf. Mir dem Zusatzschlaf an diesen beiden Tagen erhöhen wir die Chance, die stressigste Phase des Jahres ohne allzu großen Energieverlust überstehen.
Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Denken,Geschäft | Kommentieren

Zum Leben zu wenig…

Eine wachsende Zahl Selbstständiger stockt ihr mageres Einkommen mit Arbeitslosengeld II auf. Vor allem Frauen, Solo-Selbstständige und Kreative erzielen nur ein geringes Einkommen. Die Zahl der “Aufstocker” hat sich seit 2005 fast verdreifacht. Das alles steht in der Studie “Selbstständige in der Grundsicherung”, die das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht hat.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | Kommentieren

Geld verdienen – bitte nicht lachen

Es kann so mühsam sein, das richtige Honorar auszuhandeln, denn die Spanne in manchen Branchen ist groß und der Markt unübersichtlich. Ein schlechtes Zeichen ist, wenn der Kunde klaglos die Forderung akzeptiert – dann hat man meistens zu wenig gefordert. Ärgerlich! Erst recht, wenn auch noch „liebe“ Kollegen lachend oder weinend zusammenbrechen angesichts der kläglichen Summe, für die zu arbeiten man sich outet.

Klar, wer zu wenig nimmt, verdirbt letztlich allen die Preise. Trotzdem ist es blöd, wenn man für blöd erklärt wird, wo man sich sowieso schon für blöd hält. Vielleicht ist das der Grund, warum man eher von hohen als von niedrigen Preisen erfährt?

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | 3 Kommentare

Wann ist eine Provision angezeigt?

Wenn Selbstständige untereinander Aufträge weiterreichen, freut sich in aller Regel derjenige, der den weitergereichten Auftrag übernimmt. Und es ist durchaus üblich, dass er demjenigen, der ihm den Job überlässt, eine Provision bezahlt. Allerdings wird diese Transaktion zuweilen von Brauchgrummeln begleitet. Wofür zahl ich eigentlich? fragt sich mancher Jobabnehmer.

Ja, wofür? In vielen Fällen lautet die Antwort: Dafür, dass jemand anders dafür gearbeitet hat, dass der Auftrag überhaupt zustande kommt. Wenn der Jobabgeber zum Beispiel Akquise betrieben hat, Absprachen getroffen, Verwaltungs- und Kommunikationsaufwand hatte, dann ist es nur gerecht, wenn er für diesen Aufwand entschädigt wird.

Ähnlich liegt der Fall, wenn der Jobabgeber Hauptauftragnehmer bleibt und der Jobabnehmer den Auftrag als Subunternehmer übernimmt. Dann trägt ja der Jobabgeber als Hauptauftragnehmer noch die Verantwortung gegenüber dem Auftraggeber dafür, dass der Auftrag korrekt ausgeführt wird. Er muss gegebenenfalls die Arbeit kontrollieren, und bei Problemen geradestehen. Das kostet Zeit, schlechtenfalls auch Nerven und sollte natürlich ebenfalls honoriert werden.

Es gibt aber auch den Fall, in dem ein Jobabgeber eigentlich nicht viel zu tun hat: Wenn ein Auftraggeber von sich aus anfragt und man nichts tut, als einen Kollegen zu fragen, ob er einspringt, und die Kontaktdaten weitermailt. Eine Frage von Minuten. Muss das wirklich bezahlt werden? Oder wenn man den Auftrag an einen Kollegen abtritt, von dem man umgekehrt auch schon Aufträge bekommen hat, die Sache also durchaus zweiseitig ist.

In solchen Fällen ist die Frage nach dem Sinn der Provision durchaus berechtigt, denn der Nutzen der Jobvermittlung ist beidseitig. Schließlich profiliert sich auch derjenige, der einen Job weitergibt – als jemand mit einem guten Netzwerk, der dem Auftraggeber gerne und gut weiterhilft und ihm die zuweilen mühsame Suche nach qualifizierten Dienstleistern abnimmt. Ein gutes Netzwerk ist doch ein Pfund, mit dem man wuchern kann, oder? Mit und ohne Provision.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Kollegen | Kommentieren

Wer ist eigentlich “wir”?

Von virtuellen Teams ist seit Jahren zu hören und zu lesen. Aber manche Teams scheinen virtueller zu sein als andere. Immer wieder stoße ich, wenn ich nach dem Team hinter dem Wörtchen „wir“ suche, auf nichts. Huch, das klingt böse nach Nullnummer! Ist aber gar nicht so gemeint, sondern ganz wörtlich: Auf manchen Webseiten steht zwar „wir“, aber zu finden ist nur der Name einer einzigen Person. Der Schluss liegt nahe, dass es sich trotz des „wir“ um ein Ein-Personen-Unternehmen handelt. Oftmals präsentieren sich so Unternehmer, die nicht unter ihrem eigenen Namen unterwegs sind, sondern sich einen Firmennamen gegeben haben.

Was bringt diese Strategie? Auftraggeber, die sich genauer dafür interessieren, mit welchem Team sie es zu tun haben, könnte es doch verprellen, wenn das Team hinter dem „wir“ nicht sichtbar wird? Es mag nach Aufblasen riechen, im schlimmsten Fall sogar etwas unseriös wirken.

Es gibt allerdings auch Kunden, die keine persönliche Dienstleistung suchen und lieber eine „richtige“ Firma beauftragen als eine Einzelperson. Da kommt der Firmenname und das „wir“ vermutlich besser. Was aber wird so ein Kunde denken, wenn er merkt, dass hinter dem „wir“ nur eine einzelne Kraft steht? Leidet sein Vertrauen? Möglich. Möglich aber auch, dass das „wir“ gerade diesem Kunden beweist: Da kennt einer die Spielregeln, die zumindest auf einem Teil des Marktes gelten, und weiß um den Wunsch nach der „richtigen“ Firma. In diesem Fall würde die kleine Unschärfe das Vertrauen sogar stärken, oder? Und dann hätte die Einzelperson einen tollen Umsatz und könnte sich vielleicht irgendwann tatsächlich vergrößern, und das „wir“ bekäme dann ein richtiges Team… ein bißchen träumen muss erlaubt sein.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken,Geschäft | Kommentieren

Glücklichere Freelancer

Freelancer sind beruflich zufriedener als Festangestellte, was viel damit zu tun hat, dass sie sich Aufträge aussuchen können. Vielleicht ist es auch nur das Gefühl, dass man auch mal “Nein” sagen könnte? Dies und mehr steht jedenfalls in einer Studie der Fernuniversität Hagen, für die solo-selbstständige Journalisten, IT-Spezialisten und Freelancer sonstiger Medienberufe befragt wurden.

Richtige Einzelkämpfer finden sich übrigens vor allem bei den Journalisten – sie arbeiten nicht nur öfter tatsächlich allein, sondern kämpfen auch unermüdlicher um Geld und Anerkennung als ihre befragten Kollegen. Dabei unterscheidet die Studie einerseits, ob jemand allein arbeitet, und andererseits, ob er die Geschäftspartner als Kollegen betrachtet.

Weitere Infos stehen in der Pressemitteilung und auf der Homepage des Projekts.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Kollegen | Kommentieren

Wo arbeiten? – Neue Broschüre

Heute kann ich erfreulicherweise ein neues eigenes Werk präsentieren, und zwar eine Broschüre, die ich für den DIHK verfasst habe:

Homeoffice, Laden, Bürogemeinschaft? Wie Selbstständige den richtigen Arbeitsort finden.

Es geht darin um die Frage, wo man eigentlich am besten arbeitet, worauf man achten muss, wenn man sich für einen Arbeitsort entscheidet.

Zum Inhalt: Ein eigenes Büro, ein eigener Laden, oder doch lieber erstmal zuhause arbeiten? Wer sich selbstständig macht, muss sich einen passenden Arbeitsort suchen. Dabei spielen betriebswirtschaftliche Faktoren von den Mietkosten bis zu den Investitionen in die Ausstattung der Räume eine Rolle. Auch sind steuerliche Fragen und Bauvorschriften zu berücksichtigen.

Der neue DIHK-Ratgeber „Homeoffice, Laden, Bürogemeinschaft? – Wie Selbstständige den richtigen Arbeitsort finden“ informiert ausführlich und verständlich über alle Fragen, die bei der Wahl des Arbeitsortes von Bedeutung sind. Es geht um Vorschriften und Kosten, aber auch um arbeitspsychologische und gesundheitliche Aspekte: Worauf muss man bei der Büroeinrichtung achten, welche Rollen spielen Nachbarn und Mitmieter, und wie können sich unterschiedliche Räume auf Motivation und Wohlbefinden auswirken? Der Ratgeber informiert über die Vor- und Nachteile der einzelnen Arbeitsorte, gibt zahlreiche praktische Tipps zur Arbeitsorganisation und macht seine Leser auch mit neuen Arbeitsformen wie Coworking vertraut. Checklisten und nutzwertig aufbereitete Fakten unterstützen die Leser dabei, alle wesentlichen Fragen zu berücksichtigen, um so eine tragfähige Entscheidung zu treffen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Die Broschüre hat 86 Seiten, Erscheinungsjahr ist 2010, und sie kostet 10 Euro.

Bestellen kann man sie auf dem Portal des DIHK (das ist übrigens der Deutsche- Industrie und Handelskammertag), wenn man dort auf “Publikationen” klickt. Dort findet sich auch ein “Blick ins Buch”.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag,Arbeiten,Geschäft,Nützliches,Selbstmanagement | 1 Kommentar

Freiwillige Arbeitslosenversicherung wird teurer

Es könnte eine gute Nachricht sein,  dass sich Selbständige auch über 2010 hinaus freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung absichern können. Wäre da nicht der Schönheitsfehler der steigenden Beiträge. Heute gab es einen Kabinettsentwurf dazu, voraussichtlich soll im Herbst ein Gesetz draus werden. Näheres erläutern mediafon und akademie.de, Kritik übt ver.di.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft | Kommentieren

Steuern – jetzt schon?

Darf man eigentlich zugeben, wenn man jetzt “schon” an die Steuererklärung denkt oder gar damit anfängt? Deadline für selbsterklärende Selbstständige ist der 31. Mai, bis dahin sind es noch sechseinhalb Wochen. Ganz schön viel Zeit für eine Steuererklärung, und wer jetzt schon anfängt, setzt sich vielleicht dem Verdacht aus, er hätte nichts besseres zu tun?

Für alle, die der Imagepflege zum Trotz in diesem Jahr ihre Steuer entspannt zu erklären gedenken: Zum Einlesen, Motivieren, Anfangen könnte das aktuelle Finanztest-Heft (04/2010) taugen, mit Steuerspartipps als Titelthema. Das gibt es (gegen Gebühr) auch online.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Geschäft,Selbstmanagement | Kommentieren