Brainstormt besser selbst

Dass Kollegen nerven und Meetings viel Zeit rauben, ist eine oft gehörte Klage, die Alleinarbeiter in den tristeren Stunden ihres Daseins trösten kann.  Und wen beim Ringen um einen zündenden Einfall gerade die Sehnsucht nach einer inspirierenden Gruppe packt, sei gewarnt: Selbst Brainstormings seien im Team weniger ergiebig als wenn Menschen einzeln nachdenken, lautet die deprimierende Wahrheit, zu lesen in einer Pressemitteilung der Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Münster (OWMs), in der die zusätzliche Motivation durch Teamarbeit bezweifelt wird.

Weil Teamarbeit für viele Projekte und Unternehmen trotzdem alternativlos bleibt, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) laut der genannten Pressemitteilung gerade 320.000 Euro für ein Forschungsprojekt bewilligt, in dem herausgefunden werden soll, wie Teamarbeit so organisiert werden kann, dass sie produktiv ist. Eine gute Sache für hoffentlich viele davon profitierende Kollegen! Wir Einzelkämpfer freuen uns mit, und nebenbei fragen wir uns, zu welcher Hochform unsereins wohl auflaufen würde, wenn mal mit solchen Summen erforscht würde, wie das Alleinarbeiten verbessert werden könnte…

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Arbeiten,Denken,Kollegen

Steuersoftware

Als bekennende „Keep it simple“-Fetischistin möchte ich heute ein Loblied singen auf die Steuer- und Buchhaltungssoftware EasyCash&Tax. Das ist eine Freeware, die zuverlässig und einfach die Einnahmen und Ausgaben bucht, rechnet und formulargerecht sortiert. Ohne Schnickschnack und Systemanforderungen, aufpoppende Hilfe-Monster und was sich manche Programmierer sonst noch  einfallen lassen. Sondern schlicht und übersichtlich.

Es gibt sicherlich umfangreichere und komfortablere Software, aber wer ungefähr weiß, was zu tun ist, eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und/oder Umsatzsteuerberechnung zum Ziel hat, keine komplizierten Steuermodelle braucht und einfach nur buchen möchte, ist mit EasyCash&Tax gut bedient. Bei Problemen gibt es hilfreichen Support, habe ich auch schon festgestellt.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Nützliches | 1 Kommentar

Erleuchtet

In Ermanglung einer Abteilung „Technischer Support“ hat die Chefin der One-Woman-Show gestern abend eigenhändig eine Bohrmaschine in die Hand genommen und eine neue Lampe über dem Schreibtisch angebracht. Der Juniorchef (11) verzog verächtlich das Gesicht und lästerte: „Zwei Lampen an einem Schreibtisch, tse“. Nun ja, was weiß die Jugend schon über das Nachlassen der Sehfähigkeit…

Die allwissende Chefin weiß eigentlich schon lange, dass gutes Licht wichtig ist für gutes Arbeiten. Und dass ihr Schreibtisch suboptimal, weil nur zur Hälfte ordentlich beleuchtet ist. Hell ist die Seite, auf der der Monitor steht. Dahin wandert der Blick ohnehin viel zu häufig. Unterlagen sortieren, Texte lesen, Post sichten, oder mal ein Blatt Papier nehmen und seine Gedanken sortieren, das findet auf der anderen Schreibtischhälfte statt. Nein, es sollte hier stattfinden. Denn diese Seite befindet sich ja seit langem im Halbdunkel. Schon klar, was passiert, oder? Es stapeln sich staubfangend Papiertürme.

Längst hätte Abhilfe Not getan, doch Abhilfe, das hieß eben: Bohrmaschine ausgraben, Dübel suchen, Schrauben suchen, Werkzeug suchen, Lampe auspacken, Schreibtisch abräumen, Bilder abhängen, Staubecken tilgen, Bohrlöcher anzeichen, Bohrer suchen, bohren, fluchen, staubsaugen, Bohrstaub abwischen, bei der Gelegenheit die Krise kriegen und gleich den ganzen Schreibtisch saubermachen, Lampe anschrauben, Werkzeug wieder wegräumen, Bilder wieder aufhängen, Sachen wieder zurückstellen… nee, oder?

Aber Schwamm drüber: Es ist geschafft. Und jetzt wird alles besser! Das Licht wird bringen, woran es mangelt: Ordnung, Übersicht, tolle Gedanken. Yeah.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag

Multitasking

Falls Ihr beim Wäschefalten gerade dem Kind zur Erheitung Grimassen schneidet, der Figur zuliebe den Bauch anspannt,  über das Konzept nachdenkt, das bis morgen fertig sein muss, dem Geschäftspartner am Telefon die letzte Abrechnung erklärt, zwischendurch die Angriffe der Katze abwehrt und dabei darauf achtet, dass Euer Fußnagellack unbeschadet trocknet, erledigt Ihr gerade sieben Dinge gleichzeitig.

Damit seid Ihr Wunder der Natur, wenn stimmt, was auf Spiegelonline steht, nämlich, dass wir nur zwei Dinge gleichzeitig tun können. Französische Wissenschaftler haben das an Probanden getestet, die verschiedene Aufgaben gleichzeitig lösen mussten. Dabei lagen die Versuchspersonen in einem Magnetresonanztomographen! Ich persönlich staune ja, dass sie da überhaupt Aufgaben lösen konnten. Und ist es wirklich beflügelnd, zur Belohnung für richtig gelöste Aufgaben mal mit einem Euro oder mal gar nur mit 4 Cent abgespeist zu werden?

Vielleicht sollten wir diese Erkenntnis besser in der Rubrik „Wunderwerke der Versuchsanordnung“ ablegen. Es gibt ja noch mehr Forscher auf dieser Welt! Zum Beispiel in Dortmund, an der Technischen Universität. Von dort kam im vergangenen Jahr die Meldung, dass Lagerarbeiter im Versandhandel bis zu acht Aufträge gleichzeitig erledigen können, bevor kritisch viele Fehler passieren. Eine tröstliche Erkenntnis für Alleinarbeiter, die vieles selber machen, und das gerne, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Die Welt der Wissenschaft ist wunderbar… Vielleicht sollte man mal uns Alleinarbeiter erforschen?

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken | 2 Kommentare

Buchhaltung im Griff

Seine Buchhaltung kann und sollte man stets selbst überblicken, auch wenn man Dienstleister damit beauftragt. Was dabei wichtig ist, erklärt die Wirtschaftsexpertin Constanze Hacke in einem informativen Interview auf Rechtstext.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Arbeiten,Geschäft,Nützliches

Die Abschlussarbeit, d a s Problem

Wenn man über das Alleinarbeiten schreibt und davon anderen Menschen erzählt (was man der Motivation wegen unbedingt tun sollte), dann antworten sie: „Tolle Idee, das ist ja so schwierig, ich weiß noch, wie ich damals im Studium…“ Und dann folgen mehr oder weniger erschütternde Berichte über die Kämpfe am Schreibtisch, vorzugsweise mit der Abschlussarbeit.

Die Abschlussarbeit schreiben, das ist aber auch eine ganz besonders grässliche Situation. Ganz allein auf sich gestellt, mit Anforderungen, die die bis dato zu schreibenden Hausarbeiten bei weitem übersteigen (plötzlich soll man beweisen, dass man wissenschaftlich arbeiten kann; äh, kam das vorher schonmal?). Das ist schon stressig genug. Zugleich hängt  so viel davon ab, dass die Arbeit gelingt! Wer direkt von der Schule kommt, hat bis dahin nur das Abitur in der Tasche, und mit nichts sonst steht er da, Mitte zwanzig, wenn er den Hochschulabschluss versiebt. Außerdem waren dann all die Studienjahre vergebens, beruflich gesehen jedenfalls. Ein enormer Druck, eine lange Strecke, eine Herausforderung an Selbstorganisation und Disziplin. Und da muss man sich dann auch noch allein durchbeißen.

Oder auch nicht. Diese Schwierigkeiten haben nämlich unverändert viele Menschen, wie aktuell in der Süddeutschen Zeitung bestätigt wird. Dort steht auch, dass Studentenwerke, Vereine und wissenschaftliche Coachs Unterstützung und Beratung anbieten. Das ist auf jeden Fall eine gute Sache. Zum Beispiel, wenn man die Gliederung nicht hinkriegt oder das Gefühl hat, alles, was man schon weiß und geschrieben hat, sei sinnlos. Wichtig ist bloß, die Grenzen der Beratung zu wahren: Es soll schließlich eine eigenständige Leistung sein und bleiben, so eine Abschlussarbeit.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Lernen,Selbstmanagement

Der Rechner rappelt

Er müsste wirklich mal aufgeschraubt und entstaubt werden, der alte PC. Ein tolles Thema für die Liste mit Sachen, die bis nach dem Worst Case aufgeschoben werden, denn: Wer kümmert sich schon immer um alles, wenn man sich immer um alles selber kümmern muss? Schon blöd manchmal ohne Kollegen.

Vielleicht ist auch was kaputt. Beim Hochfahren stöhnt und grunzt der alte Kerl, und danach rappelt er. Das Rappeln ist ganz schön laut… Andererseits, wenn man sich da mal reinhört – das Geräusch ist gar nicht so schlecht! Es klingt ein bisschen so wie Grillen im Sommer. Oder wie die Zikaden am Mittelmeer. Hach… Urlaubsgefühle beim Arbeiten! Zum Glück ist keiner da, den das stört.

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Alltag | 1 Kommentar

Alles selber machen

Wer jetzt schon alles selber macht, kann ruhig noch mehr selber machen, nämlich seine Homepage selber bauen und pflegen. Darauf weist die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel hin, die einen entsprechenden Kurs über das Content-Management-System Joomla dazu anbietet. Sicher sehr nützlich! Aber über den Tellerrand gefragt: Ist das jetzt eine technische Errungenschaft? Oder der Beginn der neuen Ganzheitlichkeit? Oder ein Zeichen des Abschwungs in der arbeitsteiligen Gesellschaft?

Autorin: Gudrun Sonnenberg | Themen: Denken,Lernen,Nützliches